Trettnitz an Welt

Weils Spaß macht!
 
 

Der Neustart

 

Die Cartoons von "Zum Totlachen!" wurden tatsächlich größtenteils von mir schon einmal auf dem alten Blog veröffentlicht. Ich habe mich nun entschieden, die Bilder zu überarbeiten und erneut ins Netz zu stellen. Selbstverständlich werde ich auch neue Cartoons zeichnen.

20.9.13 11:08, kommentieren

Einführung und Beginn einer Alternativgeschichte

In der Geschichte haben wir uns häufig gefragt: "Was wäre wenn?", solche Szenarien gibt es etliche. Als Gedankenspiele, Filme, Computerspiele finden sich immer wieder Parallele Geschichtsverläufe. Bücher, die sich mit Alternativweltgeschichte befassen gibt es nicht weniger und mögliche Ansätze ohne Ende. Hier ein paar Beispiele:

  • Die Perser gewinnen die Schlacht von Salamis (480 v. Chr.)
  • Hannibal erobert Rom
  • Den Römern gelingt die Eroberung Germaniens (bzw. den Limes zu halten)
  • Napoleon gelingt der Rußlandfeldzug (1812)
  • Die Südstaaten gewinnen den amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865)
  • Österreich siegt im Krieg von 1866 über Preußen
  • Die Mittelmächte gewinnen den ersten Weltkrieg
  • Die Achse gewinnt den zweiten Weltkrieg
  • Die UdSSR gewinnt den Kalten Krieg (mit der Folge, daß die BRD der DDR beitritt)

 

Aus dieser kurzen Auswahl an Möglichkeiten habe ich mir den ersten Weltkrieg als den Punkt ausgewählt, von dem an die Geschichte anders verläuft.

 

Port Arthur; März 1906; Hügel 203 "Hoher Berg"

Bei einem Blick in den Himmel war es ein schöner Tag. Die Sonne schien, ein paar Wolken zogen ihre Bahnen. Der Wind trieb immer wieder die Seeluft des Gelben Meeres über den Hügel, den zwei Gestalten bestiegen. Die beiden Offiziere verspürten dabei keine großen Anstrengungen, hatten sie ja noch nicht einmal Gepäck dabei. Was die Landschaft betraf, genießen konnte man sie wirklich nicht. Auch wenn der Russisch-Japanische Krieg etwa ein halbes Jahr vorbei war, hatte die Belagerung von Port Arthur doch eindeutig ihre Spuren hinterlassen. Überall waren Trichter, verbrannte Erde und andere Überbleibsel der Gefechte zu sehen. Der japanische Offizier Taii (Hauptmann) Matsumoto führte seinen preußischen Kameraden, Oberleutnant Rittstetter an den Gräben vorbei. "Wie lange wurden hier um ein paar Meter gekämpft?" fragte Rittstetter, "Nachdem es schon mehrere Gefechte hier gegeben hatte wollte unser großer Taishō (General) Nogi am 29. Oktober die Eroberung des Hügels unserem edlen Herrscher zum Geburtstag schenken.", "Der Geburtstag von Tennō Meiji ist am 03. November wenn ich mich recht entsinne.", "So ist es.", "Und das Geschenk wurde überreicht?", "Nein, die Russen haben diesen Hügel bis zum 05. Dezember gehalten!", "Dieser Hügel ist noch nicht mal Ansatzweise eine Festung, wie zum Geier konnten die euch so lange Stand halten?", "Technische Entwicklung. Beide Seiten haben Gräben gezogen und dann kamen die Maschinengewehre und die Handgranaten zum Einsatz! Jeder Soldat hatte einen Hinterlader, hier sind tausende für wenige Meter gestorben, die dann kurz darauf zurückerobert wurden. Noch nicht mal mit euren Krupp-Geschützen konnten wir Durchbrüche erzielen. Und sehen Sie die Reste von dem Stacheldrahtzaun?", "Ja, was ist damit?", "Die wurden unter Strom gesetzt."

Während beide nun weiter liefen ging Rittstetter weiter in sich. Das gesehene beunruhigte ihn immer mehr. Hier waren zwei moderne Armeen Aufeinander getroffen und waren in einen blutigen Stellungskrieg verwickelt. Anstatt, daß die modernen Waffen den Kampf beschleunigten hatten sie den Grabenkrieg nur verschlimmert. Ein grausamer Gedanke jagte dem Oberleutnant durch den Kopf: Was, wenn es zu einem europäischen Krieg kommen würde? Würden dann französische Granaten ein mit Gräben durchzogenes Elsass verwüsten oder preußische die Campagne durchpflügen. "Taii,", fragte er seinen japanischen Kameraden, "wie viele Soldaten sind hier gestorben?", "Ca. 15.000 Russen und etwa 100.000 von uns.", mit diesen Worten ließ er den Oberleutnant stehen, dem langsam aber sicher die möglichen Folgen seines Gedankens durch den Kopf gingen. Vor Rittstetters innerem Auge starben Tausende Landser für wenige Zentimeter während Artillerie und MG um sie herum wüteten. "Nicht stehen bleiben! Wir sind gleich oben!", Rittstetter ließ den Tagtraum hinter sich und holte schnell zu Matsumoto auf. Wenig später erreichten sie den Gipfel und schauten auf die Umgebung. Die Zerstörung war obwohl die Schlacht 14 Monate zuvor geendet hatte noch immer gut zu erkennen. Jeder einzelne Artillerietreffer hatte einen deutlichen Graben hinterlassen und Rittstetter wußte eines: Zurück in Preußen waren Konzepte für den Grabenkrieg zu erstellen oder besser: Konzepte ihn zu vermeiden.

19.9.13 13:10, kommentieren